Vorlesung
Goebel, Eckart, Prof. Dr.
Einsamkeit im Drama
Zeit: Mo 10-12
Ort: Neuphilologicum, 36
Beginn: 24.10.2016
Einer verbreiteten Definition zufolge ist das Drama ein literarischer Text, der i.d.R. zur Aufführung im Theater geeignet ist und durch Rede, Dialog und Bewegung eine Handlung unmittelbar vergegenwärtigt. Lässt man aber Dramen seit der Antike Revue passieren, stellt man fest, dass viele von ihnen und namentlich die meisten Tragödien um die Erfahrung radikaler Einsamkeit zentriert sind, die durch scheiternden Dialog, Monolog und Schweigen ausgestellt wird: Aias, Philoktet, Hamlet, King Lear, Phèdre, Faust, Iphigenie, Wallenstein, Wenn wir Toten erwachen, Totentanz, Endgame wären als Beispiele zu nennen. Die Vorlesung mustert eine Sequenz von Theaterstücken im Hinblick auf die in ihnen entwickelte Phänomenologie der Einsamkeit auf thematischer (Verlassenheit; Entscheidungssituation usw.) sowie formaler Ebene (Monolog, ‚Lyrisches Drama‘, ‚Aneinander-Vorbei-Reden‘ etc.). Womöglich, so lautet die Hypothese der Vorlesung, ist es gerade die auf Dialog bzw. Handlung abgestellte Form, die das Drama als Genre dazu prädestiniert, Extremformen der Einsamkeit darzustellen.
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Leistungsnachweis: Essay
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