Seminar
Johler, Reinhold, Prof. Dr.; Sannwald, Wolfgang, Dr.
Ethnographisches Forschen (mit kl. ethnographischer Studie): „Integrationspolitischer Diskurs“. Reden über die Folge der „Flüchtlingskrise“
Zeit: Di 18-20
Ort: Ort: LUI / Landratsamt Tübingen (Wilhelm-Keilstraße 50)
Beginn: Mo 17.10.2106
1,3 Mio Flüchtlinge sind letztes Jahr nach Deutschland gekommen. Davon befinden sich 130.000 in Baden-Württemberg und ca. 3.000 im Kreis Tübingen. Im Moment ist die Zahl der Flüchtenden gering, und auch die vielfach behauptete „Flüchtlingskrise“ scheint beendet zu sein. Aber ist es so? Und beim wem? Im Seminar wird das Gespräch – in dem Fall primär mit den Einheimischen – gesucht. Dafür werden im Landratsamt Tübingen mehrere Gesprächsrunden zu „Integration“ („Was bitte verstehen wir unter Integration?“; 18.10.16), „Beheimatungen“ („Integration und Beheimatung – was passiert mit der Heimat?“, 29.11.16), „gesellschaftlicher Grundkonsens“ („Integration und ‚Leitkultur‘ – haben wir einen Grundkonsens?“; 13.12.16) eingerichtet. In diesen wird es darum gehen, aus multiperspektivischer Sicht (Wissenschaft, Verwaltung, Kommunalpolitik, Ehrenamtliche, Medienvertreter, Geflüchteten) Folgen und Perspektiven mit der interessierten Öffentlichkeit zu diskutieren. Ziel des Seminars ist es diese Gesprächsrunden inhaltlich vor- bzw. nachzubereiten. Gleichzeitig sollen die in den unterschiedlichen Gesprächskreisen besprochenen Inhalte festgehalten und als Stimmen der aktuellen Debatte zur „Flüchtlingskrise“ dokumentiert werden. Zu Ende des Seminars soll daraus am Institut gemeinsam mit dem BA-Seminar „Flüchtlingsvolkskunde“ eine kleine gemeinsame Ausstellung entstehen. Die Teilnahme an der Studium-Generale-Vortragsreihe „Mit Rechten fliehen. Menschen als Subjekte ihrer Flucht“ (jeweils Donnerstag, 18-20 Uhr) wird empfohlen. Bitte beachten Sie den frühen Termin der Eröffnungsveranstaltung des Seminars.
Literatur: Klaus J. Bade, Michael Bommes: Einleitung: Integrationspotentiale in modernen europäischen Wohlfahrtsstaaten – der Fall Deutschland. In: Klaus J. Bade, Michael Bommes, Rainer Münz (Hg.): Migrationsreport 2004. Fakten – Analysen – Perspektiven. Frankfurt/New York 2004, S. 11-42; Beate Binder: Heimat als Begriff der Gegenwartsanalyse? Gefühle der Zugehörigkeit und soziale Imaginationen in der Auseinandersetzung um Einwanderung. In: Zeitschrift für Volkskunde 104 (2008), S. 1-17; Christine Bischoff, Karoline Oehme-Jüngling, Walter Leimgruber (Hg.): Methoden der Kulturanthropologie. Bern 2014; Georg Breidenstein, Stefan Hirschauer, Boris Nieswand (Hg.): Ethnographie. Die Praxis der Feldforschung. Konstanz, München 2013; Evelyn Dawid, Robert Schlesinger (Hg.): Texte in Museen und Ausstellungen. Ein Praxisleitfaden. Bielefeld 2002; Heinz Fassmann (Hg.): Migrations- und Integrationsforschung. Multidisziplinäre Perspektiven. Ein Reader. Göttingen 2012 (2.Aufl); Klaus Heckmann: Integrationsweisen europäischer Gesellschaften: Erfolge, nationale Besonderheiten, Konvergenzen. In: In: Klaus J. Bade, Michael Bommes, Rainer Münz (Hg.): Migrationsreport 2004. Fakten – Analysen – Perspektiven. Frankfurt/New York 2004, S. 203-224; Sabine Hess, Jana Binder, Hannes Moser (Hg.): Nointegration. Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Integrationsdebatte in Europa. Bielefeld 2009; Dirk Hoerder: Überfremdung? Migration in historischer Perspektive. In: Merkur 70 (2016), S. 5-17.
Bemerkungen: Beginn: Eröffnungsveranstaltung - Mo 17.10.2106 - 17-21 Uhr
Leistungsnachweis:
Anmeldung: per E-Mail direkt beim Dozenten anmelden