Seminar
Robling, Franz-Hubert, Dr.
Rhetorik und Mythologie
Zeit: Do 10-12
Ort: Neuphilologicum, 120
Beginn: 27.10.2016
„Der mythische Bestandteil der [platonischen] Dialoge ist der rhetorische“, erklärt Friedrich Nietzsche in seiner Vorlesung zur Darstellung der antiken Rhetorik. Was ist mit dieser rätselhaften Aussage gemeint? Wenn der Mythos Rhetorik ist, dann hat er unzweifelhaft etwas auf Wirkung Zielendes. Ist die Rhetorik aber Mythos, dann wird ein Verständnis des Mythischen dazu verhelfen, rhetorische Wirkung zu erhellen. Der Mythos hat eine eigene Rationalität, die sich der argumentativen Logik verweigert. Diese Rationalität und ihre Beziehung zum rhetorischen Wirkungspotential sollen im Seminar untersucht werden. Die Untersuchungen verstehen sich als Beitrag zur Entwicklung einer rhetorischen Kulturanthropologie, die den Menschen von seiner Erfahrungswelt her als ein nicht nur für argumentative, sondern auch für erzählerisch erzeugte, mythisch-rhetorische Wirkung zugängliches Wesen versteht. Im Seminar wird zuerst der Mythos als Weltdeutung behandelt, dann seine Beziehung zur Rhetorik und zum Erzählen und schließlich der Mythos als Instrument des Logos in Massenkommunikation und Politik.
Literatur: Engels, J.: Mythos, in: G. Ueding (Hg.): Historisches Wörterbuch der Rhetorik Bd. 6, Tübingen 2003. Kerényi, K.: Die Eröffnung des Zugangs zum Mythos. Ein Lesebuch, Darmstadt 1967. Robling, F.-H.: Rhetorische Kulturtheorie nach Ernst Cassirer. In: R. Lachmann, R. Nicolosi, S. Strätling (Hg.): Rhetorik als kulturelle Praxis, München 2008, insbes. S. 60/61.
Bemerkungen:
Leistungsnachweis:
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