Seminar
Braungart, Georg, Prof. Dr.
August Wilhelm Schlegel: Auch ein 'König der Romantik'
Zeit: Mo 10-12
Ort: Neuphilologicum, 315
Beginn: 24.10.2016
Der „Führer des streitbaren Häufchens“ der Romantiker, wie August Wilhelm Schlegel (1767-1845) von Ricarda Huch in ihrem wirkungsmächtigen Romantik-Buch von 1899/1902 tituliert wurde, erreichte in der Nachwelt nie den Ruhm seines jüngeren Bruders Friedrich. „Leicht, elegant, freundlich, ritterlich, als immer bereite Waffe den anmutig geformten Dolch haarscharfen Witzes, so müssen wir uns sein Bild ausmalen, wie er in guter Stunde war.“ Doch damit war für die Neuromantikerin auch seine Grenze bestimmt: „Aber er selbst war kein Magier. Es war nichts, gar nichts Dämonisches in ihm.“ Zusammen mit seinem jüngeren Bruder gehört er zu den wichtigsten Figuren der deutschen Romantik. Als Mitherausgeber und Autor des frühromantischen ‘Zentralorgans’ Athenäum (1798-1800) war August Wilhelm Schlegel einer der Impulsgeber der Frühromantik. Dort veröffentlichte er einige seiner einflussreichsten Gedichte. Seine legendären Berliner Vorlesungen ‚Über schöne Litteratur und Kunst’ verschafften ihm im In- und Ausland starken Einfluss’ (u.a. bei Coleridge). Schlegels Vorlesungen über Ästhetik werden auch den ersten Schwerpunkt dieses Seminars bilden. Sie sind vor einiger Zeit in einer neuen Ausgabe erschienen (August Wilhelm Schlegel: Kritische Ausgabe der Vorlesungen. Hrsg. von G. Braungart. Bd. I und II/1. Paderborn 1989/2007). Daneben werden seine Gedichte (zuerst 1800 erschienen, dann immer wieder erweitert) ausführlich thematisiert werden. Allerdings gibt es von den Gedichten August Wilhelm Schlegels überhaupt keine neuere Edition seit der ersten Gesamtausgabe von Böcking (1846/47). Deshalb soll die Arbeit im Seminar hier Pionierarbeit leisten.
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