Seminar
Kreß, Angelika, Dr.
Ethik und Funktionslogik bei Niklas Luhmann
Zeit: Mi 12-14
Ort: BURSE - Raum X
Beginn: 19.10.2016
Der Begriff Gesellschaft steht in der Systemtheorie für die Gesamtheit autonomer sozialer Systeme, die nach ihrer jeweiligen Eigenlogik operieren. In der funktional ausdifferenzierten Moderne vermögen nach Luhmanns Auffassung weder Religion und Tradition, noch gemeinsame Normen und Werte die disparaten Funktionslogiken zu integrieren. Moral stellt in der systemtheoretischen Konzeption kein Funktionssystem dar, sondern ein fluides Medium der Kommunikation, das sich als wandelbare soziale Praxis rekonstruieren lässt. Die Ethik als akademische Subdisziplin dagegen pendelt nach Luhmanns Darstellung zwischen der in der Gesellschaft fungierenden Moral und dem Wissenschaftssystem. Sie kann auf gesellschaftliche Funktionssysteme keinen direkten Einfluss ausüben, sondern diese allenfalls punktuell irritieren. Von den Funktionssystemen wiederum wird ethische Argumentation wird nur im Modus der Übersetzung in ihren eigenen Code aufgenommen . Im Seminar wollen wir das Verhältnis der „Moral der Gesellschaft” zu ausgewählten Funktionssystemen der Gesellschaft näher untersuchen.
Literatur: Niklas Luhmann, Die Moral der Gesellschaft, Frankfurt am Main 2008 (stw 1871)

Weitere Literatur wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.

Als kurze und prägnante Lektüre zur Vorbereitung empfiehlt sich: Fritz B. Simon, Einführung in Systemtheorie und Konstruktivismus, Heidelberg 7. Aufl. 2015; ferner: Niklas Luhmann, Einführung in die Systemtheorie, Heidelberg 2002; Margot Berghaus, Luhmann leicht gemacht, Köln u.a. 2002.
Bemerkungen: Voraussetzung für die Teilnahme sind basale Kenntnisse der Systemtheorie. Die Zahl der Teilnehmer/innen ist auf 35 beschränkt.
Leistungsnachweis:
Anmeldung: per E-Mail direkt bei der Dozentin amelden