Seminar
Hötzel, Florentine, M.A.; Dierksmeier, Claus, Prof. Dr.
Amartya Sen – Weltethos und interkulturelle Identität
Zeit: Blockseminar, s.u.
Ort: Weltethos-Institut (Hintere GrabenstraĂźe 26)
Beginn: 19.10.2016
Amartya Sen – Welthethos und Interkulturelle Identität Das Seminar vermittelt ein Verständnis von Interkulturalität als Konzept in Abgrenzung zu Ansätzen des Multikulturalismus, Transkulturalismus oder Ethnozentrismus. Der zu Beginn der 1990er Jahre aufkommenden Debatte um Samuel Huntingtons Prognose eines „Clash of Cultures“ werden Amartya Sens Argumente und Analysen zu den Begriffen Identität und Kultur entgegengestellt. Eine vertiefende Betrachtung seiner Arbeiten zum Capability Approach zeigt die praktische Relevanz und Wirksamkeit eines differenzierten und profunden Verständnisses von Interkulturalität als Teil der aktuellen Kosmopolitismus-Debatte. Interkulturalität war schon immer ein Bestandteil menschlicher Kultur – doch besonders in der globalisierten Welt, wie wir sie heute kennen, erlangt dieser Aspekt unübersehbare Bedeutung: die Frage nach gerechten politischen und ökonomischen Verhältnissen stellt sich inzwischen anders als noch vor 20 Jahren. Die Welt begreifen heißt heute auf allen Ebenen - gesellschaftlich, kulturell, politisch, wissenschaftlich und wirtschaftlich - die interkulturellen Aspekte unserer Interaktionen anzuerkennen, zu verstehen und aktiv danach zu handeln. Amartya Sen ist überzeugt, dass dies möglich ist. Mit seinen Schriften über Freiheit, Gerechtigkeit und Globalisierungsfragen gehört er zu den spannendsten akademischen Persönlichkeiten der Ökonomie und der Philosophie. Im Vergleich zu herkömmlichen Herangehensweisen in den Wirtschaftswissenschaften, Philosophie und Politik hat Sen neue relevante, zukunftsfähige Begriffe geprägt: „Development as Freedom“, „Poverty as Capability Deprivation“ - für seine innovativen Denkansätze im Bereich der Armutsbekämpfung und Wohlfahrtsökonomie wurde er 1998 mit dem Wirtschafts-Nobelpreis ausgezeichnet. Aus Indien stammend, gelingt Sen beispielhaft der Brückenschlag zwischen Ansätzen westlicher und nicht-westlicher Theorien – neben den umfangreichen inhaltlichen Beiträgen, die seine Arbeit zu aktuellen Debatten leistet, ist er damit ein herausragendes Beispiel erfolgreicher interkultureller und interdisziplinärer Forschungsarbeit und damit ein wichtiger Denker im Umkreis des Projekt Weltethos.


Termine:
Mi, 19.10.2016 14-16
Fr, 04.11.2016 10-17:30
Sa, 05.11.2016 10-17:30
Fr, 02.12.2016 10-17:30
Sa, 03.12.2016 10-17:30

Literatur:


Amartya Sen
The Argumentative Indian, Picador, 2005 (nur im Original)
Identity & Violence:The Illusion of Destiny, W.W. Norton & Company, 2006
Die Identitätsfalle – Warum es keinen Kampf der Kulturen gibt, dtv 2012
Development as Freedom, Random House, 1999
Ă–konomie fĂĽr den Menschen, dtv, 2002
The Idea of Justice, Penguin, 2009 / Die Idee der Gerechtigkeit, dtv, 2012


Christian Neuhäuser
Amartya Sen zur EinfĂĽhrung, Junius 2013


Samuel Huntington
The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order, Simon & Schuster, 1996
Kampf der Kulturen. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert, Goldmann, 1998

Eine weitere Literaturauswahl fĂĽr das Seminar wird mit dem Seminarplan nach der Anmeldung bekanntgegeben.
Bemerkungen:
Leistungsnachweis:
Anmeldung: Per E-Mail, erforderlichen Inhalt bitte Campus entnehmen!