Seminar
Ulmer, Martin , Dr.
Jüdische Kulturen in Europa / in der Region: Jüdisches Leben nach 1945
Zeit: Mo 14-16
Ort: LUI
Beginn: 24.10.2016
Nach der Shoah war der Wiederbeginn jüdischen Lebens in Deutschland ein sehr schwieriger Prozess. Für die meisten überlebenden Juden aus Deutschland war die Rückkehr in das Land der Täter undenkbar. Andere Überlebende waren zwangsläufig als Displaced Persons nach Deutschland gekommen. Es begannen sich jüdische Gemeinden in größeren Städten wieder zu formieren, eingezwängt zwischen den massiven materiellen und kulturellen Verlusten und mangelhaften Gemeinderessourcen, zwischen Restitution, Antisemitismus und Philosemitismus. In der alten Bundesrepublik konnte sich seit den 1950er Jahren das Judentum in Deutschland wieder entwickeln. Die Zuwanderung von Juden aus Osteuropa nach dem Ende des Kalten Krieges hat dem jüdischen Leben seit den 1990er Jahren in Deutschland zur neuen Blüte verholfen. Das Seminar setzt einen Schwerpunkt auf die Begegnung mit jüdischem Leben durch Zeitzeugen und Gemeindevertreter sowie durch einen Besuch der Synagoge in Stuttgart und einzelnen Archivrecherchen
Literatur: Michael Brenner (Hrsg.): Geschichte der Juden in Deutschland von 1945 bis zur Gegenwart. München 2012; Sonja Hosseinzadeh: „Wir, ein lebendiger Zweig am grünenden Baum unseres Volkes...“ (Alfred Marx,1949) Die jüdische Gemeinde in Stuttgart seit 1945. In: Paul Sauer, Sonja Hosseinzadeh: Jüdisches Leben im Wandel der Zeit. 170 Jahre Israelitische Religionsgemeinschaft 50 Jahre neue Synagoge in Stuttgart. Gerlingen 2002, S.153-325; www.hagalil.com
Bemerkungen: Exkursionsseminar
Leistungsnachweis:
Anmeldung: per E-Mail direkt beim Dozenten anmelden